Sicherheitsmaßnahmen

Liebe Pflegestellen und Adoptanten,

leider ist es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass Tierschutzhunde oft schon nach kurzer Zeit in ihrem neuen zu Hause/Pflegestelle entlaufen sind. Auch ein Mensch mit jahrelanger Hundeerfahrung sollte auf der Hut sein, denn Erfahrung hin oder her, nur eine Sekunde Unaufmerksamkeit reicht, damit der Hund auf und davon ist.

Das nahm nicht immer ein glückliches Ende. Leider waren es laut Statistik der Totfundhund.de  AG 354 tote Hunde im Jahr 2017 in Deutschland! Die Dunkelziffer ist weitaus größer! Diese wurden meist auf Autobahnen/Straßen überfahren, von Zügen überrollt, sind in Flüssen oder Kanälen ertrunken oder sind mit Leine entlaufen, hingen irgendwo im tiefsten Wald fest und sind verhungert oder verdurstet. Und da gibt es noch die Langzeit vermissten Hunde, die bis jetzt nicht wieder aufgetaucht sind. Weder tot noch lebendig!

Auch sichere und anhängliche Hunde sind davon betroffen. Denn niemand, kann vorhersagen wie ein Hund sich in so einer neuen Situation verhält. Bitte bedenken Sie, dass sich die Bindung zwischen Tier und Mensch erst langsam aufbaut. Wir möchten gemeinsam mit Ihnen verhindern, dass Situationen entstehen, in denen Ihr Hund weglaufen kann. Hierzu haben wir wichtige Informationen zusammengestellt.

Vorsorge ist besser als Nachsorge!

Am Abholungsort

Bitte nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Abholung des Tieres am Übergabeort. Die Hunde sollten nicht mit Hektik aus den Boxen gezerrt werden. Bitte haben Sie einen Blick auf das Tier und beachten Sie seine Reaktionen. Gehen Sie, wenn möglich, mit ihm ein paar Schritte, damit es sich lösen kann. Tun Sie es vorsichtig in ihr Auto und fahren erst mal mit ihm nach Hause. Die Hunde kennen Sie nicht, sie wissen nicht, was jetzt mit ihnen passiert. Lassen Sie dem Tier Zeit und bestürmen Sie es nicht bei der ersten Begegnung. - Kommen Sie bitte nicht mit zu vielen Personen zur Abholung, sondern wenn möglich nur zu zweit.
Bereiten Sie ihr Fahrzeug für einen sicheren Transport des Hundes vor, z.B. mit Decken oder einer Transportbox. - Bitte bringen Sie Ihren vorhandenen Hund, wenn möglich, nicht mit zur Abholung. Eine Zusammenführung direkt nach der Fahrt in emotional aufgeladener Situation ist denkbar ungeeignet.

Geschirr

Verwenden Sie aus Sicherheitsgründen in der Eingewöhnungszeit immer ein Sicherheitsgeschirr, niemals nur ein Halsband.

Ein Hund befreit sich schnell aus seinem Halsband wenn er sich erschreckt. Hierfür genügen unbekannte Geräusche, Menschen, Tiere und Situationen, die wir nicht vorhersehen können.Ein Geschirr verhindert weiterhin Verletzungen am Kehlkopf oder Genick, falls der Hund an der Leine zieht oder sich aufbäumt. Das Brustgeschirr muss der Größe und dem Umfang des Hundes gut angepasst sein. Geschirre sollten so gearbeitet sein, das der Hund sich nicht rückwärts herauswinden kann. Sie sollten gut vernäht und verarbeitet sein und die Schnallen sollten sich nicht lockern. Hier sollte man nicht an der Qualität sparen, gute Geschirre halten dafür viele Jahre.Das Halsband sollte breit genug sein und fest sitzen, so dass der Hund sich nicht verletzen kann. Bitte auch nicht ängstliche Hunde die ersten Tage doppelt sichern. Dazu entweder ein Leinenende am Halsband befestigen und das andere am Geschirr oder zwei Leinen verwenden. Bitte auch auf die Qualität der Haken achten, da es schon vorgekommen ist, dass diese gerissen sind. Auf keinen Fall anfangs Flexileinen verwenden.

Hier sehen Sie, wie man einen Hund gut sichert. Die doppelte Sicherung mit Halsband und Sicherheitsgeschirr. Bitte nehmen Sie es ernst !

Türen öffnen

Bitte sind Sie beim Öffnen der Haus-, Terrassen- oder Autotür achtsam, damit der Hund nicht entweichen kann. Zuhause gilt immer, erst den Hund sichern, dann die Türe öffnen. Manchen Hundn gelingt es durch Hochspringen an die Klinke eine geschlossene Türe zu öffnen. Um das zu verhindern, sollte die Türe abgeschlossen werden und/oder die Türklinke nach oben gestellt werden. Achten Sie auch auf Ihre Kinder, diese lassen schnell die Türen oder das Gartentor aufstehen, erklären Sie den Kleinen, dass sie anfangs vorsichtig sein müssen, auch beim Betreten der Wohnung. Achten Sie auf offene Fenster!
Der Hund sollte auch im Auto in einer Transportbox oder angeleint mit einem speziellen Gurt gesichert sein. Nur so kann er nicht einfach beim Öffnen der Türe unkontrolliert herausspringen.

Garten

In den ersten Tagen auch den Hund im Garten mit einer Schleppleine sichern. Es können immer unentdeckte Schlupflöcher im Garten sein, manche Hunde sind wahre Kletterkünstler oder ein ängstlicher Hund verkriecht sich im Gebüsch und lässt sich nicht mehr hervor locken. Kontrollieren Sie Ihren Garten auf noch so kleine Löcher und lassen Sie den Hund in der ersten Zeit niemals unbeaufsichtigt im Garten.

Ableinen

Wir möchten unseren Adoptanten/Pflegestellen dringend ans Herz legen, das neue Familienmitglied vorerst angeleint auszuführen. Am Anfang sind Hund und Mensch zu wenig vertraut miteinander und Sie können Ihren Hund noch nicht gut einschätzen. Bitte leinen Sie Ihren Hund erst ab, wenn der Rückruf auch bei Ablenkung sicher funktioniert. Damit sich der Hund schnell in seiner neuen Umgebung orientieren kann, empfehlen wir in den ersten Wochen immer die gleichen Wege zu gehen, damit er im schlimmsten Fall auch alleine nach Hause findet.

Bindung, Vertrauen und Erziehung entstehen nicht in wenigen Tagen oder Wochen, sie brauchen Zeit und Sicherheit. Lassen Sie sich nicht täuschen wenn der Hund anfangs anhänglich und scheinbar gehorsam ist. In der Regel ist er einfach verunsichert, er kennt viele Dinge nicht, traut sich nicht sich von Ihnen zu lösen und behält seine Menschen immer im Auge. Lebt der Hund sich ein, wird er mutiger und er fängt an seine Umgebung zu erkunden oder stellt die Ohren auf Durchzug. Eigentlich ein gutes Zeichen, aber hier sollten wir nach ca. 2-3 Monaten mehr als wachsam sein.

Vergessen Sie auch nicht eine Adressplakette und/oder die Tassomarke am Geschirr zu befestigen.
Wir alle wünschen uns, dass Sie viele, viele Jahre mit Ihrem treuen Begleiter verbringen.
Das setzt aber auch Ihre Geduld, Vernunft und Achtsamkeit voraus.
Draußen lauern viele Gefahren auf Ihren Hund, bitte bedenken Sie, Ihr Fellchen hat nur ein Leben.

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