Krankheiten

Wichtiges zu Krankheiten

„Reisekrankheiten“

Im Zusammenhang mit Auslandshunden wird immer wieder von Reise- oder Mittelmeerkrankheiten gesprochen. Viele Infektionen sind jedoch ebenso in Deutschland vorzufinden; deshalb empfiehlt es sich, bei Ihrem Schützling einmal im Jahr einen „Check“ durchführen zu lassen und das Blut auf evtl. Infektionen untersuchen zu lassen. Wenn Sie sich für einen Auslandshund oder auch einen Hund in Deutschland interessieren, können wir auf Wunsch einen Test, gegen Erstattung der Kosten, bei Ihrem persönlichen Favoriten durchführen lassen. Sollte dieser Test bereits im Ausland durchgeführt werden, bedenken Sie jedoch, dass das Ergebnis aufgrund unterschiedlicher Inkubationszeiten verfälscht sein könnte. Eine weitere Untersuchung zu gegebener Zeit in Deutschland macht hier durchaus Sinn.

Parasiten Europaweit:   http://www.parasitosen.de/Parasiten/Europaweit.html

Wir wollen hier die wichtigsten Krankheiten nennen, die gemeinhin als Mittelmeer- oder Reisekrankheiten bezeichnet werden.

Babesiose

Die Babesiose wird durch die Auwaldzecke und die braune Hundezecke übertragen. Ursprünglich kam die Auwaldzecke aus Ungarn, Österreich und Norditalien. Bereits in den 70er Jahren hat sich das Verbreitungsgebiet jedoch stark nach Norden ausgedehnt; mittlerweile ist sie auch in Deutschland beheimatet. Die braune Hundezecke ist in allen europäischen Mittelmeerländern vorzufinden. Je weiter man nach Süden kommt, desto häufiger kommt sie vor. In Deutschland fühlt sich diese Zeckenart als „Urlaubsmitbringsel“ in beheizten Räumen sehr wohl. Auch wird die braune Hundezecke in deutschen Tierheimen und Hochhauskomplexen immer häufiger angetroffen.
Die Babesiose (auch Hundemalaria genannt) ist eine durch Einzeller der Gattung Babesia hervorgerufene Infektionskrankheit. Es kommt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen und damit zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Blutarmut (Anämie). Die Erkrankung verläuft akut mit hohem Fieber und endet ohne Behandlung binnen weniger Tage tödlich. Schon bei ersten Krankheitszeichen wie gestörtes Allgemeinbefinden und Fieber, Fressunlust, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit sollte SOFORT ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ehrlichiose

Erreger dieser Erkrankung bei Hunden ist das Bakterium Ehrlichia canis. Es befällt die weißen Blutkörperchen und Lymphozyten, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr des Tieres spielen. Überträger ist die braune Hundezecke (Vorkommen siehe oben). Der Krankheitsverlauf ist recht schleichend; es kann u. U. Jahre dauern, bis sie ausbricht. Zu ersten Symptomen gehören Mattigkeit, Leistungsschwäche und Futterverweigerung. Im weiteren Verlauf zeichnet sich eine verstärkte Blutungsneigung ab, die durch das Absinken der Thrombozyten hervorgerufen wird.

Unbehandelt wird die Ehrlichiose in der Regel chronisch und kann infolge zunehmender, gegebenenfalls über Jahre andauernder, schleichender Blutungsneigung zum Tod des Tieres führen. Sieht man sich das Verbreitungsgebiet der braunen Hundezecke an, so ist es eher unwahrscheinlich, dass sich ein Schützling aus Ungarn mit Ehrlichia canis infiziert hat.Trotzdem sollte bei unspezifischen Krankheitssymtomen sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Anaplasmose

Die Anaplasmose ist eine durch Bakterien der Gattung Anaplasma hervorgerufene Infektionskrankheit. Überträger dieser Bakterien ist der gemeine Holzbock, der in Nord- und Mitteleuropa und auch in Deutschland häufig vorkommt. Die Bakterien befallen und zerstören die weißen Blutkörperchen.

Die akuten Symptome treten in der Regel 4 – 11 Tage nach der Infektion auf und können sehr vielschichtig sein: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, Apathie, Futterverweigerung, Gelenk- und Muskelschmerzen, Erbrechen und Durchfall, Hirnhautentzündung, Netzhautablösung und Erblindung. Nach d dieser akuten Phase werden die Erreger entweder eliminiert oder aber verbleiben im Rückenmark, ohne weitere Symptome hervorzurufen. Kommt es jedoch zu einer Schwächung des Immunsystems, können die Erreger wieder aktiv werden und in der chronischen Phase wieder Symptome hervorrufen.
Bei Auftreten o.g. Symptome sollte auch in diesem Fall sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Borreliose

Die Borreliose ist eine durch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragene Infektionskrankheit. Überträger ist der gemein Holzbock, der in ganz Nord- und Mitteleuropa vorkommt. Es gibt keine typischen Symptome, was eine Diagnose natürlich erschwert. Es sollte jedoch immer an eine Borreliose gedacht werden, wenn bei einem Hund seit längerem wechselnde oder unklare Lahmheiten bestehen.

Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, diedurch die Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen wird. Überträger ist die Sandmücke, die vorwiegend in wärmeren Klimazonen, etwa südlich des 45. Breitengrades vorzufinden ist. Umfangreiche Studien ergaben, dass die gefürchtete Leishmanioseerkrankung nur im äußersten Süden Ungarns vorkommt.

Filariose

Hierbei handelt es sich um verschiedene Erkrankungen hervorgerufen durch eine Infektion mit parasitischen Fadenwürmern (Filarien). Die Übertragung der Larven der Filarien (Mikrofilarien) erfolgt durch den Stich verschiedener Insekten, die als Zwischenwirt oder Vektor dienen. Verschiedene Arten der Filarien lösen unterschiedliche Typen der Filariose aus. Dirofilaria immitis (Herzwurm): Die Entwicklung der Larven erfolgt innerhalb von zwei Monaten in der Unterhaut. Von dort aus wandern die die weiterentwickelten Larven in die Blutgefäße und entwickeln sich nach weiteren zwei bis drei Monaten zu erwachsenen Herzwürmern.

Die erwachsenen Herzwürmer sind ca. 1 cm dick und 20 – 30 cm lang und siedeln sich vorwiegend in den Lungenarterien, bei stärkerem Befall in der rechten Herzhälfte und in den Hohlvenen, an. Erst mit der Entwicklung der reifen Würmer zeigen sich erste Krankheitssymptome, also erst ab ca. 6 Monaten nach der Infektion. Je nach Abhängigkeit des Schweregrads zeigt sich eine reduzierte Leistungsfähigkeit und rasche Ermüdung. Atemnot, Husten und die Bildung von Ödemen können mit er Erweiterung der rechten Herzhälfte einhergehen. Aufgrund einer Rechtsherzinsuffizienz kann auch ein Leber- oder Nierenversagen entstehen. Die Therapie ist sehr problematisch, und es kann aufgrund des massiven Absterbens der Filarien zu einer Embolie oder sonstigen schweren Reaktionen kommen.

Dirofilaria repens

Die erwachsenen Würmer besiedeln das Unterhautgewebe. Häufig verläuft die Infektion ohne klinische Symptome. Gelegentlich werden Hautknoten, Schwellungen, Juckreiz, Abszesse und Haarausfall festgestellt. Die Filariose kommt überwiegend in Nord- und Mittelamerika vor, aber auch der
Mittelmeerraum ist betroffen. Einzelfälle wurden auch in Ungarn beobachtet.